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Technologiesprung vollzogen (Teil 2)

: Reiden


Never change a winning team – ein Spruch, der sich auch in der Industrie oft bewahrheitet. So auch beim oberösterreichischen Lohnfertiger Franz Leitner. Bereits vor zehn Jahren konnte man mit einer Reiden BFR23 einen Technologiesprung in der mechanischen Fertigung vollziehen und damit einen neuen Kundenkreis erschließen. Mit der neuerlichen Investition in das gleiche Maschinenkonzept – diesmal zusätzlich mit Rundtisch und modernster Technologie – hat man einen weiteren Schritt in eine erfolgreiche Zukunft getan. Autor: Ing. Robert Fraunberger / x-technik

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Mit der neuen BFR 23 von Reiden ist die Franz Leitner GmbH bestens für die Zukunft gerüstet.

Mit der neuen BFR 23 von Reiden ist die Franz Leitner GmbH bestens für die...

Die mitten in Wels ansässige Franz Leitner GmbH ist auf die präzise CNC-Fertigung von komplexen Einzelteilen und Kleinserien spezialisiert. Im Bereich der Metallbe- und verarbeitung gibt es kaum etwas, was die Oberösterreicher nicht anbieten können: Ob Drehen, Fräsen, Rundschleifen, Innenstoßen oder Verzahnen, Stanzen, Tiefziehen, Schweißen, Pressen oder Reparaturarbeiten – der traditionsreiche, 1936 gegründete Fertigungsbetrieb bringt langjährige Erfahrung in die Produkterzeugung ein. „Aufgrund eines modernen, sehr breit aufgestellten Maschinenparks sowie unserer gut ausgebildeten Fachkräfte können wir höchste Fertigungspräzision, Produktqualität und zuverlässige Liefertermine garantieren“, ist Geschäftsführer Ingo Spindler überzeugt. Die 37 Mitarbeiter (Anm.: aktuell fünf Lehrlinge) bearbeiten alle Materialien – hauptsächlich Stahl, Guss, Niro und verschiedene Legierungen.

Fertigungsmöglichkeiten führen zu neuen Kunden

Vor rund zehn Jahren besuchten wir die Franz Leitner GmbH zum ersten Mal. Damals hat man mit der Anschaffung einer Reiden BFR 23 einen Technologiesprung im Bereich der mechanischen Fertigung vollzogen. „Seither hat sich viel getan. Wir konnten zahlreiche neue Kunden gewinnen und von unserer Qualität und Liefertreue überzeugen. Der Schritt in diese Bauteilgröße war sicherlich der richtige“, blickt Ingo Spindler auf das letzte Jahrzehnt zurück. Die gute Geschäftsentwicklung belegen auch zahlreiche weitere Investitionen in den Maschinenpark.

Vor gut einem Jahr entschloss sich
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Mit Verfahrwegen von (X/Y/Z) 3000 x 1.200 x 1.500 mm, einem Rundtisch mit Ø 1.700, 80 Werkzeuge und 80 bar Innenkühlung sowie einer zweiten Steuerung für die Horizontalbearbeitung bietet die Reiden BFR23 optimale Voraussetzung für eine produktive Großteilebearbeitung.

Mit Verfahrwegen von (X/Y/Z) 3000 x 1.200 x 1.500 mm, einem Rundtisch mit Ø...

Ingo Spindler schließlich zu einem Hallenneubau, um zusätzlichen Platz für ein neues Bearbeitungszentrum zu schaffen. „Wir bekommen laufend Anfragen für neue Bauteile – vor allem große, komplexe Einzelteile und Kleinserien, deshalb war dieser Schritt auch nötig, um unsere Kunden auch weiterhin bestmöglich unterstützen zu können“, begründet der Geschäftsführer.

Neue Halle, neues BAZ

Mit der neuen Halle verfügt man nun über eine Fertigungsfläche von rund 2.300 m². Zudem integrierte man eine moderne Hallenabsaugung mit Wärmerückgewinnung. „Damit ist das Hallenklima sehr angenehm, und darüber hinaus können wir energieoptimiert fertigen“, so Spindler weiter.

Die Anforderungen von Werkmeister Johannes Pachinger und seinem Team an das neue Bearbeitungszentrum waren klar – ein weiterer Technologiesprung sollte vollzogen werden. Zwar war man mit der bestehenden Reiden sehr zufrieden – auch nach zehn Jahren war die Genauigkeit noch sehr gut und auch das Service überzeugte –, doch wollte man sich alle Möglichkeiten offen lassen. „Wir schauten uns gründlich um und verglichen die infrage kommenden Modelle, doch letztendlich haben wir uns wieder für eine Reiden BFR 23 entschieden“, so der Fertigungsleiter, der dies eindeutig begründet: „Das vollwertige Bearbeitungszentrum bietet höchste Stabilität und Qualität, eine hervorragende Grundausstattung und ausreichend Perspektive für die Zukunft.“ Dass dieses Gesamtpaket auch mit gewissen Investitionskosten verbunden ist, liegt auf der Hand: „Für
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Die hohe Zerspanungsleistung ist nicht nur für die Gussbearbeitung optimal. Die Werkzeuge – im Bild ein Messerkopf von Seco Tools – werden dabei ausgereizt.

Die hohe Zerspanungsleistung ist nicht nur für die Gussbearbeitung optimal....

uns zählt das Preis-Leistungs-Verhältnis – und bei Reiden ist dies einfach ausgezeichnet!“

Zudem war man auch von der Service-Qualität des Schweizer Maschinenbauers aus der langjährigen Zusammenarbeit sehr überzeugt. „Zuverlässige Betreuung und Unterstützung ist bei unseren kurzen Lieferzeiten und Just-in-time-Produktion ein ganz wichtiger Aspekt. Ein unnötiger bzw. zu langer Maschinenstillstand kostet nicht nur Geld, sondern ist auch negativ fürs Image.“

Stabiler Maschinenbau entscheidend

Rein technisch hat man sich bei Franz Leitner wieder für eine Maschine mit einem Verfahrweg von drei Meter in der X-Achse entschieden, diesmal jedoch mit einem zusätzlichen Rundtisch. „Zudem wurde die BFR23 über die letzten zehn Jahre ständig weiterentwickelt und befindet sich auf höchstem technischen Niveau“, bringt sich Manfred Lehenbauer, Geschäftsführer M&L – Maschinen und Lösungen, der Österreich-Vertretung von Reiden, ein.

Die Reiden BFR23 verfügt über ein großzügig dimensioniertes Maschinenkonzept mit Flachführungen und „garantiert“, betont Lehenbauer, „auch bei höchsten Zerspanungskräften Formstabilität durch Laufruhe. Unsere 5-Achs-Bearbeitungszentren werden aufgrund ihres wesentlich größeren Technologiespektrums komplexeren Belastungen ausgesetzt als andere Maschinen. Sämtliche bei einer Mehrachsen-Simultanbearbeitung auftretenden Kräfte wurden deshalb schon bei der
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Auch die Ergonomie ist hervorragend: große Türen und Sichtfenster, gute Zugängigkeit zum Arbeitsraum, zwei Steuerungen iTNC 530 von Heidenhain (die zweite ist rückseitig zur Horizontalbearbeitung).

Auch die Ergonomie ist hervorragend: große Türen und Sichtfenster, gute Zugängigkeit...

Dimensionierung des Maschinenquerschnittes berücksichtigt.“ Sowohl das verrippte Maschinenbett als auch der Maschinenständer sind aus Guss, wobei die Eckkammern mit Mineralguss ausgegossen sind. Die Vertikaleinheit wird hydraulisch ausgeglichen – der Getriebebalken elektro- bzw. hydraulisch kompensiert.

Die hohe Stabilität des Kreuzschlittens zeichne sich durch einen minimalen Abstand zwischen den Quer- und Vertikalführungen aus. „Diese Turcite-beschichteten Flachführungen werden in Handarbeit zu den geschliffenen und gehärteten Gegenführungen mit höchster Präzision eingeschabt“, erklärt Lehenbauer weiter.

Vertikal- und Horizontalbearbeitung

Das Herzstück der Reiden BFR23 ist sicherlich der Universal-Fräskopf, der automatisch geschwenkt und über eine Hirth-Verzahnung gehalten und positioniert werden kann. Die B-Achse ist stufenlos (+/- 180°) und die A-Achse alle 1°/15° programmierbar. „In Kombination mit dem Rundtisch können somit an großen, komplexen Bauteilen in jedem Winkel Bearbeitungen durchgeführt werden“, so Lehenbauer. Dabei kann ein Werkstückkubus von 1.000 x 1.200 x .1.500 mm bei einer maximalen Tischbelastung von bis zu neun Tonnen bearbeitet werden.

„Aufgrund des großen Rundtisches mit Ø 1.700 mm bei einem Störkreis von 2.100 mm und der erweiterten Verfahrwege können wir uns mit der neuen Reiden bei vielen Projekten Aufspannungen ersparen und dadurch die Nebenzeiten
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massiv reduzieren. Das ist bei unseren oft komplexen Bauteilen ein enormer Produktivitätsvorteil. Zudem konnten wir die Genauigkeit der Bearbeitungen nochmals steigern und damit die hohen Qualitätsanforderungen unserer Kunden im Bereich Form- und Lagetoleranz übertreffen“, bestätigt Johannes Pachinger. Vor allem die Fräsperformance der BFR23 sei beeindruckend. „Die Stabilität und Laufruhe ist eindrucksvoll. Speziell beim Schruppen können wir die Werkzeuge definitiv ausreizen“, so der Werkmeister weiter.

Perfekt abgestimmt

Gegenüber der ersten Reiden wurde einiges weiterentwickelt, erklärt Manfred Lehenbauer: „Die Querachse (Y) bietet nun einen Verfahrweg von 1.200 mm und die Vertikalachse (Z) 1.500 mm.“ Zudem sind 64 Werkzeugplätze (Option bis 321) im Standard enthalten. Die innere Kühlmittelzufuhr liefert bis zu 80 bar Druck. Alle Medienanschlüsse wurden in den Fräskopf integriert, der im Standard eine Drehzahl von 6.000 min-1 im Dauerbetrieb liefert. Für ein schnelleres Service ist der Kopf über eine definierte Schnittstelle tauschbar. Darüber hinaus schätzt man bei Franz Leitner die Möglichkeit einer Fernwartung sehr.

Auch die Ergonomie habe sich nochmals verbessert: Ein großdimensioniertes Sichtfenster, die vordere und hintere Schiebetüre und ein zweites Bedienpult auf der Rückseite für die Horizontalbearbeitung sorgen für optimale Zugängigkeit zum Werkstück. Und Bauteile, die auf der alten Reiden laufen, können auch auf der neuen bearbeitet werden bzw. umgekehrt. „Somit ist man extrem
flexibel und die Ausfallsicherheit wurde weiter erhöht“, erwähnt Manfred Lehenbauer als ein nicht unwesentliches Kriterium.

Produktivität nochmals gesteigert

Durch die neue Reiden hat die Franz Leitner GmbH einen weiteren, wichtigen Schritt für eine erfolgreiche Zukunft getan. „Wir konnten bei zahlreichen Bauteilen die Nebenzeiten spürbar reduzieren und so Einsparungen bis zu 20 Prozent erreichen. Wir arbeiten zwar einschichtig, können aber jetzt manche Bauteile mannlos fertig bearbeiten. Auch die immer strengeren Kundenvorgaben in Bezug auf Form- und Lagetoleranz werden durch die neue BFR23 absolut erfüllt“, fasst Ingo Spindler abschließend zusammen.

Mit der neuen BFR 23 von Reiden ist die Franz Leitner GmbH bestens für die Zukunft gerüstet.
Mit Verfahrwegen von (X/Y/Z) 3000 x 1.200 x 1.500 mm, einem Rundtisch mit Ø 1.700, 80 Werkzeuge und 80 bar Innenkühlung sowie einer zweiten Steuerung für die Horizontalbearbeitung bietet die Reiden BFR23 optimale Voraussetzung für eine produktive Großteilebearbeitung.
Die hohe Zerspanungsleistung ist nicht nur für die Gussbearbeitung optimal. Die Werkzeuge – im Bild ein Messerkopf von Seco Tools – werden dabei ausgereizt.
Auch die Ergonomie ist hervorragend: große Türen und Sichtfenster, gute Zugängigkeit zum Arbeitsraum, zwei Steuerungen iTNC 530 von Heidenhain (die zweite ist rückseitig zur Horizontalbearbeitung).
Die Franz Leitner GmbH ist auf die präzise CNC-Fertigung komplexer Einzelteile und Kleinserien spezialisiert.
Sowohl Vertikal- als auch Horizontalbearbeitung: Der Fräskopf wird automatisch geschwenkt und über eine Hirth-Verzahnung gehalten und positioniert.
Auch hochgenaue Tieflochbohrungen werden auf der Reiden BFR23 durchgeführt.
Mehr als zufrieden (v.l.n.r.): Mario Pehringer, Johannes Pachinger, Ingo Spindler (alle Franz Leitner GmbH) und Manfred Lehenbauer (M&L – Maschinen und Lösungen).


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Bericht in folgenden Kategorien:
Universal-Bearbeitungszentren, Großteilebearbeitung

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